Poker Schule

Gespielt wird hier Texas Hold'em.


Spielablauf

Im ersten Schritt erhält jeder Spieler 2 Karten in die Hand (Pocket). Der zweite Schritt bringt drei Karten (den sogenannten Flop) aufgedeckt auf den Tisch. Im dritten Schritt wird eine Karte (der sogenannte Turn) aufgedeckt auf den Tisch gelegt. Zum Abschluss kommt noch eine Karte, der sogenannte River, aufgedeckt auf den Tisch. Nach jedem der genannten Schritte folgt eine Bietrunde. Das Spiel endet, wenn die letzte Bietrunde vorbei ist und ein Sieger ermittelt wurde oder wenn alle Spieler bis auf einen ihre Karten ablegen. Um einen Sieger zu ermitteln, wird für jeden Spieler festgestellt, welches seine besten fünf Karten aus den ihm zur Verfügung stehenden sieben Karten sind. Jedem Spieler stehen alle fünf Karten auf dem Tisch und seine eigenen zwei Karten zur Verfügung.


Blinds

Bevor das Spiel überhaupt startet, werden die Blinds gebracht. Der sogenannte Dealer-Button geht im Uhrzeigersinn reihum. Der erste Spieler vom Dealer aus, bringt den Small Blind, der zweite den Big Blind. Dabei handelt es sich um Einsätze, die erbracht werden müssen, egal, ob man die Hand spielen möchte oder nicht. Tische werden deshalb mit Zahlenkombinationen wie zum Beispiel 10/20 angegeben. Das bedeutet, dass der Small Blind 10 Chips groß ist, während der Big Blind 20 Chips bringen muss.

Spielarten Limit / No Limit

Wieviel jeweils geboten werden kann, bzw. werden muss ist davon abhängig, ob an einem Limit- oder einem NoLimit-Tisch gespielt wird.

Beim Limit ist der Betrag, den man setzen darf, von vornherein festgelegt worden. Man darf z.B. an einem 10/20 Tisch in den ersten beiden Runden höchstens jeweils 20 Chips setzen. In den letzten beiden Runden wird diesen Betrag auf jeweils 40 Chips erhöht. Diese Pokervariante wird von den meisten Anfängern bevorzugt. No Limit Texas Hold'em kennt keine Grenzen dafür, wie groß der Wetteinsatz zu einem bestimmten Zeitpunkt sein darf. Jedoch kann man maximal den Betrag setzen, den man bei sich am Tisch hat. Beispielsweise setzt sich ein Spieler mit 1000 Chips an einen 10/20 Tisch. Dieser Spieler darf dann maximal 1000 Chips setzen. Diese Pokervariante ist für High Rollers besser geeignet.

Wer gewinnt?

Damit bleibt noch die Frage offen, was denn eine gute Hand für den Showdown (das Aufdecken der Karten am Spielende) ist. Die Wertungen werden hier in aufsteigender Folge aufgelistet, das beste Blatt findet sich also am Ende der Liste.


High Card

Die "schlechteste" Hand ist die High Card. Dabei zählt jeweils die höchste Karte, die der Spieler hat, wobei die Farbe der Karte keinerlei Rolle spielt. Ist die höchste Karte bei zwei oder mehr Spielern gleich, entscheidet die zweithöchste Karte, bei Gleichstand dann die dritthöchste Karte und so weiter. Die kleinste Karte ist eine 2. Die Werte sind dann aufsteigend bis zur 10. Danach folgen J (Jack, deutsch: Bube), Q (Queen, deutsch: Dame), K (King, deutsch: König) und A (Ace, deutsch: Ass).


Pair

Eine Stufe besser ist dann schon das Paar. Es ist dadurch gekennzeichnet, dass zwei Karten vom gleichen Wert in der Hand sind. Haben zwei Spieler jeweils ein Paar, gewinnt natürlich das höhere. Sollten beide das gleiche Paar haben, greift beim Rest der Karten wieder die Entscheidung über die High Card, also zunächst die höchste Karte, bei Gleichstand die zweithöchste und so weiter.


Two Pairs

Entsprechend der Erklärung zu einem Paar ist natürlich auch die Erklärung zu zwei Paaren. Haben zwei Spieler je zwei Paare, gewinnt das höchste der Paare. Haben beide Spieler das höhere Paar gleich, gewinnt das höhere Paar der kleineren Paare. Ist auch das gleich, entscheidet die verbleibende High Card.


Three of a Kind

Zu einem Drilling werden drei Karten des gleichen Kartenwertes benötigt. Auch hier gewinnt der höhere Drilling, falls zwei Drillinge am Tisch sind. Handelt es sich um den gleichen Drilling, zählt wieder die High Card. Die Entscheidung fällt hier also spätestens bei der zweiten High Card, da ja bereits drei Karten für den Drilling verbraucht sind.


Straight

Zu einer Straight gehören fünf Karten in aufsteigender Reihenfolge. Die Kartenfarbe spielt keinerlei Rolle. Sollten zwei Straights am Tisch sein, so gewinnt der höchste Kartenwert. Eine Straße kann nicht über Eck gebaut werden, die Reihenfolge QKA23 ist also nicht möglich. Es greift aber die Sonderregel, dass das Ass sowohl als höchste Karte (also über dem König), als auch als niedrigste Karte (also unter der 2) eingesetzt werden kann.


Flush

Ein Flush besteht aus fünf Karten der gleichen Kartenfarbe. Die Werte der Karten brauchen dabei keinen Bezug zueinander. Sind zwei Flushs am Tisch, gewinnt die höchste Karte der Flushs. Ist diese gleich, dann die zweithöchste und so weiter. Innerhalb des Flushs gilt also hier ebenfalls die Regel für High Cards. Eine Entscheidung kann an jeder der fünf Stationen gefällt werden, es wird allerdings immer an der höchsten Stelle begonnen.


Full House

Auch ein Full House setzt sich aus fünf Karten zusammen, denn es besteht aus einem Drilling und einem Paar. Sollten zwei Spieler ein Full House haben, gewinnt der höhere Drilling. Ist dieser gleich, gewinnt das höhere Paar. Dabei ist es unerheblich, ob das Paar einen höheren oder niedrigeren Kartenwert als der Drilling hat.


Poker / Four of a Kind

Ein Vierling besteht aus vier Karten des gleichen Kartenwertes. Sollten zwei Spieler über einen Vierling verfügen, gewinnt der höhere Kartenwert. Ist es bei beiden der gleiche Vierling, entscheidet die fünfte Karte als High Card. Dass es der gleiche Vierling ist, kann vorkommen, wenn der Vierling offen liegt, dass unterschiedliche Vierlinge vorkommen, ist möglich, wenn zum Beispiel zwei Paare offenliegen und je ein Spieler eines der Paare ebenfalls in der Hand hält.


Straight Flush

Wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich hier um eine Kombination aus einer Straße (fünf Kartenwerte in aufsteigender Folge) und einem Flush (fünf Karten der gleichen Kartenfarbe). Sollten zwei Spieler einen Straight Flush haben, gewinnt der höchste Kartenwert. In diesem Beispielfall könnte es so sein, dass die Karten Pik 6 bis Pik 9 offen auf dem Tisch liegen. Ein Spieler hat die Pik 5 in der Hand, ein anderer die Pik 10. Der mit der Pik 10 gewinnt, obwohl beide einen Straight Flush haben.


Royal Flush

Der Royal Flush ist eigentlich nichts weiter als ein Straight Flush, nur eben in der Besonderheit, dass er bis zum höchsten Kartenwert hinaufgeht. Ein Royal Flush ist also ein Straight Flush in den Kartenwerten von 10 bis Ass. Der Royal Flush ist demnach auch die einzige Hand, bei der es keine Entscheidung über den Sieger geben kann, wenn mehr als ein Spieler ihn hat, da das nur bedeuten kann, dass der Royal Flush komplett offen auf dem Tisch liegt.


Was tun, wenn es keine Entscheidung gibt?

Das ist eigentlich ganz einfach festgestellt. Sollte mehr als ein Spieler über die bestmögliche Hand verfügen, wird der Pot unter allen Spielern mit der besten Hand aufgeteilt.


So, das war nun in aller möglichen Kürze und aller notwendigen Ausführlichkeit das, was es über Texas Hold'em und seine Regeln zu sagen gibt. Der Rest ist Übung, gute Blätter zu erkennen, Schwachstellen zu sehen und Gefahren beachten zu können. Im Allgemeinen nennt man das "Karten lesen" und ich hoffe, dass ich mit dieser Einführung zum Erfolg beim Karten lesen beitragen kann.


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